Ansprachen

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ANSPRACHE DES APOSTOLISCHEN NUNTIUS ALS DOYEN DES DIPLOMATISCHEN CORPS,
ERZBISCHOF DR. JEAN-CLAUDE PERISSET,
BEIM NEUJAHRSEMPFANG DES BUNDESMINISTER DES AUSWÄRTIGEN
(Berlin, 30. Januar 2008)




Sehr geehrter Herr Bundesminister des Auswärtigen,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes!

Wir, die hier versammelten Leiterinnen und Leiter der diplomatischen Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland, fühlen uns hier bei Ihnen - wenn es gestattet ist - wie zu Hause, weil beide Seiten - Sie wie wir - derselben Aufgabe verpflichtet sind: der Diplomatie.

Heutzutage wird die Diplomatie ganz unterschiedlich eingeschätzt: Den einen gelten die Diplomaten als Menschen, die es sich wohl sein lassen, den anderen als tüchtige, verlässliche und immer zuversichtliche Vermittler, die auch für hoffnungslos scheinende Probleme Lösungen finden. Es trifft natürlich zu und ist nicht zu leugnen, dass sich das Erscheinungsbild der Diplomaten in den letzten Jahrzehnten ein Stück weit verändert hat. Dank der technischen Möglichkeiten, die die modernen Kommunikationsmittel bereit halten, suchen unsere eigenen Regierungen und Behörden heute immer mehr das persönliche Gespräch und arrangieren Treffen unterschiedlicher Art. Die Massenmedien sind ja jeden Tag übervoll von Berichten über solche Besuche in der ganzen Welt. Im Vergleich zu früher besteht deswegen unsere Arbeit immer weniger darin, Berichte an unsere Zentralbehörden zu schicken - und immer mehr in der Vorbereitung der erwähnten Kontakte auf der Regierungsebene. War der Diplomat früher ein überlegender Mitarbeiter des Außenministeriums, scheint er heute gelegentlich eher einem Angestellten eines Reisebüros vergleichbar.

Aber: Wenn der Bergsteiger zum Gipfel aufsteigen will - die Meldung vom Tod des berühmt gewordenen ersten Mount-Everest-Bezwingers, des Neuseeländers Sir Edmund Hillary, die vor kurzem durch die Presse ging, erinnerte daran -, braucht er die Unterstützung vieler - im genannten Fall in Nepal der Sherpas. Das heißt: Der Sieg über den höchsten Berg ist ein Sieg von Hillary, aber auch ein Sieg der vielen Sherpas, die ihn ermöglichten.

Das, Herr Bundesminister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, gilt für unser aller Einsatz in der Diplomatie, für jeden an seinem Platz.

Meine besten Wünsche gelten Ihnen, Herr Bundesminister, für die noch verbleibenden elf Monate dieses Jahres, aber auch allen Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für eine beharrliche und erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen, mit denen sich die deutsche Diplomatie in diesem Jahr konfrontiert sehen wird.