Grussworte

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Grußwort
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei der Amtseinführung von Weihbischof Dr. Stephan Ackermann
als Bischof von Trier

(Dom zu Trier, 24. Mai 2009)




Lieber Bischof Stephan!

Als einer, der selbst aus dem Bistum Trier stammt, empfangen Sie heute den Bischofsstab für dieses älteste Bistum Deutschlands und werden zudem der jüngste Ortsbischof in der Deutschen Bischofskonferenz. Natürlich bedeutet das für Sie eine große Verantwortung, die über Ihre bisherigen Aufgaben hinausgeht; denn künftighin ist die Diözese Trier durch Sie mit der Universalkirche verbunden. In diesem Sinne sagt das Zweiten Vatikanum: „Die kollegiale Einheit tritt auch in den wechselseitigen Beziehungen der einzelnen Bischöfe zu den Teilkirchen wie zur Gesamtkirche in Erscheinung“ (Lumen Gentium, Nr. 23).

Solche Beziehungen entsprechen der lebendigen Tradition der Kirche. Ich brauche hier nicht auf die Einzelheiten einzugehen. Ich möchte aber mit Blick auf die Kirchengeschichte auf etwas anderes verweisen: Zwei der vier Kirchenväter, die in der Chorapsis des Petersdomes an der Cathedra Petri - einem Werk Berninis -, dargestellt sind, haben eine besondere Beziehung zu Trier: der nach Trier verbannte Bischof Athanasius von Alexandrien und der in Trier geborene Ambrosius, der später Bischof von Mailand wurde. Beide haben die Lehre der Kirche von Jesus Christus in Treue bewahrt und mit ihrem Leben bezeugt. Für Sie, lieber Bischof Stephan, - wie für jeden Bischof - sind sie Vorbilder für die Ausübung des bischöflichen Amtes.

Liebe Mitbrüder im Bischofs-, Priester- und Diakonenamt,
liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Mit der Übergabe der kanonischen Urkunde über die Ernennung von Weihbischof Dr. Stephan Ackermann zum Diözesanbischof von Trier und ihrer Vorlage gegenüber dem Domkapitel findet das schon etwas ausgedehnte Verfahren zur Besetzung des bischöflichen Stuhles von Trier seinen krönenden Abschluss. Es hatte mit der Erstellung einer Dreierliste durch das Domkapitel und deren Übermittlung an den Heiligen Stuhl angefangen und wurde durch dasselbe Domkapitel mit der Wahl eines Kandidaten aus der vom Heiligen Stuhl vorgelegten Dreierliste zum Abschluss gebracht. Der Weg über die Nuntiatur bis zum Papst ist der Weg der Verbindung von Trier mit dem „sichtbaren Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen“ (Lumen Gentium, Nr. 23). Die Zeit des Wartens hat sicher das Gebet der ganzen Diözese für seinen künftigen Oberhirten verstärkt. Heute können sich alle freuen, dass Trier wieder einen Bischof hat, der wie jeder Ortsbischof seine Kirche darstellt, aber zugleich mit allen anderen in Einheit mit dem Papst die ganze Kirche im Band des Friedens, der Liebe und der Einheit (vgl. ebd.).

In der Zeit der Sedisvakanz hat Weihbischof Robert Brahm die Diözese als Diözesanadministrator mit großem persönlichen Einsatz und mit Umsicht geleitet. Dafür ein herzliches „Vergelt`s Gott“.

Mit Ihrem Wahlspruch „In lumine tuo Domine“, lieber Bischof Stephan, machen Sie deutlich, dass Sie mit Zuversicht und Klarheit mit dem Ihnen anvertrauten Volk Gottes den Weg der Heiligung gehen wollen. Wie der Landmann, der fest und gescheit seinen Pflug lenkt und Furchen durch den Acker zieht, so werden Sie Ihr Hirtenamt in der Lehre, in der Heiligung und der Diakonie im Bistum Trier mit der Gnade Gottes ausüben, auf dass es eine reiche Ernte gebe. Möge Gott Ihnen dazu seine Gnade in reichem Maße schenken!