Grussworte

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Grußwort
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei dem Festakt anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Bischofsweihe von
Erzbischof Dr. Josef Braun

(Ehemaligen Dominikanerkirche zu Bamberg, 20. Juni 2009)





Sehr geehrter, lieber Herr Erzbischof Braun!

Am 16. Juni, dem Gedenktag des heiligen Benno, wurden Sie im Jahre 1984 durch die Handauflegung von Bischof Alois Brehm in das Bischofskollegium aufgenommen, um das Amt des Oberhirten für das Bistum Eichstätt zu übernehmen.

In der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium des Zweiten Vatikanums heißt es: „Glied der Körperschaft der Bischöfe wird man durch die sakramentale Weihe und die hierarchische Gemeinschaft mit Haupt und Gliedern des Kollegiums“ (Lumen Gentium 22). Das Patronat des heiligen Bischofs Benno, an dessen Gedenktag sie geweiht wurden, ist Ihnen sicher ein Polarstern in der Ausübung Ihres Amtes gewesen – in den elf Jahren in Eichstätt wie während der sechs Jahre in Bamberg. Denn der heilige Benno war in allem der gute Hirt, der sich in den stürmischen Zeiten des Investiturstreits aus den Auseinandersetzungen herauszuhalten versuchte – wegen seiner Verbundenheit mit dem Papst als dem Garanten der Einheit der Kirche und wegen seiner Sorge um das Wohl des Volkes unter der Macht des regierenden Kaisers. Diese seine Haltung bezahlte er zweimal mit der Verbannung aus seinem Bistum.

Ich brauche Ihnen, Herr Erzbischof, als Kanonisten die bisweilen heikle Frage der Beziehungen zwischen Staat und Kirche im Hinblick auf das Bischofsamt nicht näher zu erläutern. Von jedem Bischof wird heute verlangt, dass er zu Gesetzesvorlagen und Vorgängen im gesellschaftlichen Raum, die für die Kirche und ihren Dienst relevant sind, Stellung bezieht, dass er sich in bestimmten Fragen im Bereich des Sozialen engagiert und seine Lokalkirche für entsprechende Initiativen mobilisiert.

Das haben Sie hier in Bamberg im Zusammenhang mit einem Wohnprojekt für kinderreiche Familien getan. Ganz anderer Art war Ihr Einsatz für die Katholische Universität in Eichstätt, wo Sie die Funktion des Großkanzlers innehatten: Zwei Beispiele Ihrer Hirtensorge, die exemplarisch für vieles stehen, was Ihre Bistümer Ihnen verdanken.

Wie der heilige Benno haben Sie nach der Leitlinie gelebt: „Wohin Du mich sendest, will ich ohne Zögern gehen.“

Heute können Sie Gott für seinen Schutz danken, der Sie in Ihren verschiedenen Aufgaben im Dienste der Kirche begleitet hat.

Gestatten Sie mir, dass ich noch auf zwei Punkte hinweise, an denen sich unsere Lebenswege gekreuzt haben. Der erste ist Murnau, eine Enklave des Bistums Augsburg im Erzbistum München, wo Sie als Aushilfspriester tätig waren. Ich kenne den Ort etwas, weil ich im Jahre 1987 zwei Wochen im nahen Kloster der Dominikanerinnen in Schlehdorf verbracht habe, um meine Deutschkenntnisse aufzufrischen. Der zweite: Wir haben an derselben Fakultät in Rom – an der Gregoriana - im kanonischen Recht promoviert: Sie 1966, ich 1973.

Die Lebenswege von Bischöfen sind sehr verschieden, sie alle aber verbindet, der sie berufen hat, Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14, 6).

Möge er auch in Zukunft die Kraft in Ihrem Leben sein, die Sie trägt, und es durch die Gaben des Heiligen Geistes immer wieder erneuern.

Ad multos annos in comitatu Domini!
Grußwort
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei dem Festakt anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Bischofsweihe von
Erzbischof Dr. Josef Braun
(Ehemaligen Dominikanerkirche zu Bamberg, 20. Juni 2009)


Sehr geehrter, lieber Herr Erzbischof Braun!

Am 16. Juni, dem Gedenktag des heiligen Benno, wurden Sie im Jahre 1984 durch die Handauflegung von Bischof Alois Brehm in das Bischofskollegium aufgenommen, um das Amt des Oberhirten für das Bistum Eichstätt zu übernehmen.

In der Dogmatischen Konstitution Lumen Gentium des Zweiten Vatikanums heißt es: „Glied der Körperschaft der Bischöfe wird man durch die sakramentale Weihe und die hierarchische Gemeinschaft mit Haupt und Gliedern des Kollegiums“ (Lumen Gentium 22). Das Patronat des heiligen Bischofs Benno, an dessen Gedenktag sie geweiht wurden, ist Ihnen sicher ein Polarstern in der Ausübung Ihres Amtes gewesen – in den elf Jahren in Eichstätt wie während der sechs Jahre in Bamberg. Denn der heilige Benno war in allem der gute Hirt, der sich in den stürmischen Zeiten des Investiturstreits aus den Auseinandersetzungen herauszuhalten versuchte – wegen seiner Verbundenheit mit dem Papst als dem Garanten der Einheit der Kirche und wegen seiner Sorge um das Wohl des Volkes unter der Macht des regierenden Kaisers. Diese seine Haltung bezahlte er zweimal mit der Verbannung aus seinem Bistum.

Ich brauche Ihnen, Herr Erzbischof, als Kanonisten die bisweilen heikle Frage der Beziehungen zwischen Staat und Kirche im Hinblick auf das Bischofsamt nicht näher zu erläutern. Von jedem Bischof wird heute verlangt, dass er zu Gesetzesvorlagen und Vorgängen im gesellschaftlichen Raum, die für die Kirche und ihren Dienst relevant sind, Stellung bezieht, dass er sich in bestimmten Fragen im Bereich des Sozialen engagiert und seine Lokalkirche für entsprechende Initiativen mobilisiert.

Das haben Sie hier in Bamberg im Zusammenhang mit einem Wohnprojekt für kinderreiche Familien getan. Ganz anderer Art war Ihr Einsatz für die Katholische Universität in Eichstätt, wo Sie die Funktion des Großkanzlers innehatten: Zwei Beispiele Ihrer Hirtensorge, die exemplarisch für vieles stehen, was Ihre Bistümer Ihnen verdanken.

Wie der heilige Benno haben Sie nach der Leitlinie gelebt: „Wohin Du mich sendest, will ich ohne Zögern gehen.“

Heute können Sie Gott für seinen Schutz danken, der Sie in Ihren verschiedenen Aufgaben im Dienste der Kirche begleitet hat.

Gestatten Sie mir, dass ich noch auf zwei Punkte hinweise, an denen sich unsere Lebenswege gekreuzt haben. Der erste ist Murnau, eine Enklave des Bistums Augsburg im Erzbistum München, wo Sie als Aushilfspriester tätig waren. Ich kenne den Ort etwas, weil ich im Jahre 1987 zwei Wochen im nahen Kloster der Dominikanerinnen in Schlehdorf verbracht habe, um meine Deutschkenntnisse aufzufrischen. Der zweite: Wir haben an derselben Fakultät in Rom – an der Gregoriana - im kanonischen Recht promoviert: Sie 1966, ich 1973.

Die Lebenswege von Bischöfen sind sehr verschieden, sie alle aber verbindet, der sie berufen hat, Christus, der von sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14, 6).

Möge er auch in Zukunft die Kraft in Ihrem Leben sein, die Sie trägt, und es durch die Gaben des Heiligen Geistes immer wieder erneuern.

Ad multos annos in comitatu Domini!