Grussworte
Grußwort des Apostolischen Nuntius,
S. E. Jean-Claude Périsset,
für den Katholischen Aktionskreis für das Leben e. V.
zum Fest Mariä Heimsuchung
(Ulm, 2. Juli 2009)
Das Fest Mariä Heimsuchung enthüllt - soweit dies für eine Handlung Gottes möglich ist - das Geheimnis des menschlichen Lebens. In der Begegnung Mariens mit Elisabeth sind ihre noch im Schoße der Mütter befindlichen Kinder die Hauptakteure. Auf der einen Seite erkennt Elisabeth, „erfüllt vom Heiligen Geiste“, dass ihre Verwandte Maria „Mutter ihres Herrn“ ist (vgl. Lk 4,43), weil ihr eigenes Kind im Schoße hüpfte. Auf der anderen Seite ist die Heimsuchung der erste Ausdruck der Berufung des Johannes zum „Propheten des Höchsten“, um Vorläufer Christi zu sein. Sein Hüpfen im Schoße Elisabeths ist die erste Andeutung seinerseits: mitten unter uns ist der verheißene Messias, das fleischgewordene Gotteswort, dessen ankündigende Stimme ich bin.
Leben ist hier anwesend, sogar Gott selbst, die Quelle des Lebens - Leben, das durch die Gottesliebe im Schoß Mariens durch das Wirken des Heiligen Geistes mitten unter uns steht. Gottes Sohn ist Mensch geworden. Was „im Anfang das Wort war“ (Joh 1,1), wohnt unter uns. Johannes ist sogar vor beider Geburt Zeuge dieses menschlichen Lebens; denn „er kam, um Zeugnis abzulegen für das Licht“ (Joh 1,7).
Aus diesen Wurzeln unseres Glaubens sollen wir unseren Einsatz zum Schutz des Lebens nähren, von der Empfängnis bis zum Tod, eben weil Gott die Eltern zu Mitwirkenden seiner schöpferischen Liebe macht.
Ich wünsche allen Mitgliedern des „Katholischen Aktionskreises für das Leben“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart hoffnungsreiche Beharrlichkeit und innere Heiterkeit bei ihrem Einsatz für das Leben, besonders der erwarteten Kinder im Schoße ihrer Mutter, und als Unterpfand reicher Gottesgnade für Ihr Apostolat erbitte ich im Namen des Heiligen Vaters den Segen Gottes für alle, die bei der heutigen Liturgie und der Veranstaltung anwesend sind.
Berlin, den 25. Juni 2009
+ Jean-Claude Périsset



