Grussworte
Grußwort
des Apostolischen Nuntius,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei der Amtseinführung von Weihbischof Dr. Franz-Josef Overbeck
als Bischof von Essen
(Hoher Dom zu Essen, 20. Dezember 2009)
Lieber Bischof Franz-Josef!
Durch Ihre Einführung als Oberhirte des Bistums Essen nehmen Sie mit Ihrem von Liebe brennenden Herzen die Verantwortung auf Ihre jungen Schultern, die Ortskirche von Essen auf dem Weg der Erlösung zu führen, zu begleiten und zu unterstützen.
Ihr bischöflicher Wahlspruch „Magnificat anima mea Dominum“ macht deutlich, wie Sie dieses Amt ausüben möchten: nach dem Vorbild Mariens, die sich durch ihr „Fiat“ Gott ganz anheimgegeben und sich so in den Dienst ihrer Mitmenschen hat stellen lassen. Ich war vor fast genau zwei Jahren hier im Dom bei dem Festgottesdienst Hauptzelebrant, in dem der Errichtung dieser Diözese vor 50 Jahren gedacht wurde. In jener Zeit - 1958 – war die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Situation im Kern des Ruhrgebiets der entscheidende Grund dafür, dass man sich entschloss, für die Katholiken dieses Raumes ein eigenes Bistum zu errichten. Die Situation hat sich seither in einem außerordentlichen Tempo grundlegend geändert und zu einer drastischen Abnahme der Bevölkerung – auch der Katholiken – geführt. Deshalb kam es unter der Leitung Ihres Vorgängers Bischof Felix Genn, dessen Weihbischof Sie für einige Monate waren, zu einem neuen Zuschnitt der Pfarreien. Also eine doppelte Kontinuität im bischöflichen Wirken.
Gerade aus dem „Magnificat“ werden Sie – und mit Ihnen die Gläubigen des Bistums Essen: Kinder, Frauen, Männer, Ordensleute und Priester – Hoffnung von Gott her schöpfen, um sein Werk in diesem Ruhrbistum weiterzuführen, um die durch Armut und soziale Schwierigkeiten Belasteten zu ermutigen, um die nach Gerechtigkeit Hungernden mit den Gütern der Barmherzigkeit und der menschlichen Würde zu nähren, um Christus, das Licht der Welt, in den Häusern, den Betrieben, Geschäften, den Sport- und Kulturzentren leuchten zu lassen.
Ich möchte es nicht versäumen, Herrn Weihbischof Vorrath für seinen Dienst als Diözesanadministrator herzlich zu danken. Er hat sich in der Übergangszeit mit Umsicht dafür eingesetzt, dass das kirchliche Leben in einem guten Sinn seinen Weg nehmen konnte. Ein herzliches „Vergelt’s Gott“.
Im marianischen Jubel - unter dem Schutzmantel der „Goldenen Madonna“ - überreiche ich Ihnen die Bulle, mit der Papst Benedikt XVI. Sie zum Bischof von Essen ernannt hat. Dabei bin ich sicher, dass Gott auf die Niedrigkeit seines Dieners Franz-Josef herabschaut und ihn mit liebevoller Sorge für die ihm anvertrauten Gläubigen erfüllt.



