Verträge
Ansprache des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
beim Austausch der Ratifizierungsurkunden des Vertrages
zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Schleswig-Holstein
(Apostolische Nuntiatur zu Berlin, 27. Mai 2009)
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
beim Austausch der Ratifizierungsurkunden des Vertrages
zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Schleswig-Holstein
(Apostolische Nuntiatur zu Berlin, 27. Mai 2009)
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Carstensen!
Lieber Herr Erzbischof Thissen!
Sehr geehrte Damen und Herren der Landesregierung von Schleswig-Holstein!
Sehr geehrte Vertreter der Katholischen Kirche! Meine Damen und Herren!
Viele von Ihnen haben seitens des Landes oder des Heiligen Stuhls an dem Zustandekommen dieser Abmachung mitgewirkt. Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, Sie und die übrigen Ehrengäste zum Austausch der Ratifizierungsurkunden zu dem Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Land Schleswig-Holstein hier in der Apostolischen Nuntiatur willkommen zu heißen.
Dies geschieht wenige Tage, werter Herr Ministerpräsident, bevor Sie innerhalb von gut zwei Jahren ein zweites Mal Papst Benedikt XVI. in Privataudienz treffen werden. Das ist etwas Besonderes und mehr als eine beiderseitige Geste. Ich erkenne darin ein Bekenntnis zum gemeinsamen christlichen Erbe und den Willen, dieses für die Menschen in Ihrem Land auch „wert“voll sein zu lassen.
Ich weiß, wie sehr Sie als bekennender evangelischer Christ an religiösen und kirchlichen Fragen interessiert sind und dass Sie bei Ihrem Amtsantritt die Kultusabteilung - und damit auch die Kirchenangelegenheiten - aus dem Kultusministerium in die Staatskanzlei übernommen haben. So wollen Sie für das friedliche Zusammenleben der Religionen Sorge tragen. Das gute Klima zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften in Ihrem Land ist damit auch Ihrer aktiven Hilfe zu verdanken.
Ein herausragendes Ergebnis Ihres Wirkens ist der Staatsvertrag, der am 12. Januar dieses Jahres von uns unterschrieben und nach reiflicher Diskussion im Landtag am 25. März ratifiziert wurde.
So ist es für mich eine besondere Genugtuung, den letzten feierlichen Akt des Austausches der Ratifizierungsurkunden, mit dem dieser Vertrag nun am morgigen Tag in Kraft treten wird, zusammen mit Ihnen vorzunehmen. Es ist für mich eine unverdiente Ehre, dadurch die Früchte der Bemühungen zu ernten und im Auftrag des Heiligen Stuhles feierlich zu bestätigen, durch die mein Vorgänger Nuntius Dr. Ender und seine Mitarbeiter die Verhandlungen von Seiten dieser Päpstlichen Vertretung zu einem für beide Vertragspartner mehr als zufrieden stellenden konstruktiven Abschluss führen konnten, einen Abschluss, der gleichzeitig einen Anfang wie auch eine Aufforderung bedeutet.
Mit Interesse habe ich im Januar schon registriert, dass die Verhandlungen zur Vorbereitung des Vertrages in bester Atmosphäre zügig verlaufen sind. Mir ist auch bekannt, dass die Diskussion im Landtag und seinen Ausschüssen sehr ernsthaft, und wie es in einer Demokratie vorkommt auch nicht ohne Kontroverse, geführt wurde. Daher freut mich die große Mehrheit, die der Vertrag dort letztlich gefunden hat. So zeigt sich auch die gesetzgebende Versammlung Schleswig-Holsteins der christlichen Werte bewusst, die Gott sei Dank in einer so modernen und mobilen Gesellschaft wie der des Landes spürbar verankert und wirksam sind. Der vorliegende Vertrag sichert schon vorhandene Formen der Zusammenarbeit und öffnet sie für neue Entwicklungen in der Zukunft. Ich bin darum überzeugt, dass die vereinbarten Bestimmungen nicht nur einen konstruktiven Beitrag zum Wohl der katholischen Kirche in Schleswig-Holstein leisten, sondern auch der Bevölkerung insgesamtzugute kommen werden.
Dieser Vertrag ist vom Geist der Freundschaft und der Solidarität beseelt. Mögen diese sich bewähren und beständig vertiefen zur Genugtuung der Vertragspartner und vor allem zum Wohl der Menschen. Dazu erbitte ich Gottes Beistand und Segen!



